FĂŒr eine internationale MilitĂ€rlaufbahn höchst auĂergewöhnlich war sein Unvermögen, Fremdsprachen zu sprechen. Zeitlebens verstĂ€ndigte er sich mit seiner Muttersprache Französisch, bis er dann am englischen Hofe des Deutschen mĂ€chtig wurde, um sich mit Georg zu unterhalten, der selber keine andere Sprache beherrschte. Ăber François-Louis’ mangelhafte Lateinkenntnisse machten sich seine Berufskollegen sogar lustig.
Im Laufe seines Lebens hatte der Seigneur eine Bibliothek errichtet, die auch Voltaire einst bewunderte. Sie umfasste Werke ĂŒber Mathematik, Kriegs- und Ingenieurskunst, Ackerbau sowie zeitgenössische Klassiker, darunter französische, deutsche und spanische Belletristik. Seine gröĂte Leidenschaft galt allerdings der Geschichte. Voltaire fand Saint-Saphorin eines Tages im Sessel versunken, die Bibel lesend, und spottete ĂŒber dessen vermeintlich schlechten Geschmack. Als Reaktion gab der wutentbrannte General umgehend seinen Lakaien den Befehl: âLassen Sie fĂŒr Herrn von Voltaire anspannen!â
Kurzbiografie
François-Louis de Pesmes de Saint-Saphorin war ein einflussreicher Diplomat des 18. Jahrhunderts. Er stand wĂ€hrend rund vierzig Jahren aktiv in auslĂ€ndischen Diensten, wobei er auf zahlreiche FĂŒhrungspersönlichkeiten seiner Zeit traf. Wer war der Schweizer und wie kam es dazu, dass er weit ĂŒber Staatsgrenzen hinaus geschĂ€tzt wurde, wĂ€hrend er in seinem Heimatland nahezu unbekannt blieb? Weiterlesen »
Das Internet als rechtsfreier Raum, wo man tun und lassen kann, wie einem beliebt, lockt allerlei Psychopathen zum gemeinsamen Mobbing und Bashing an. Das Problem ist, dass sie keine Konsequenzen fĂŒrchten mĂŒssen.
Wenn BĂŒrger öffentlich Straftaten begehen, ohne sich dessen ĂŒberhaupt bewusst zu sein, solcherlei Worte fallen dann: âIch reisse dir mit meinen eigenen HĂ€nden die GebĂ€rmutter aus dem Ranzen.â Von strafrechtlicher Relevanz dĂŒrfte auch diese ruchlose ĂuĂerung sein: âDu lĂ€sst dich sicher von schwulen Hunden ficken.â â Im Bluewin-Jass tobt der Kleinkrieg, 20 Minuten.
Kein Wunder, ist dem Staate doch inzwischen selbst das Verantwortungsbewusstsein abhanden gekommen. Die Eidgenossenschaft prĂŒft rechtliche Schritte, um ihren BĂŒrgern zukĂŒnftig jedwede bedingungslose Hilfe zu verweigern. Benjamin Franklin, John Locke, Thomas Hobbes und wie sie alle heiĂen, wĂŒrden vor Wut im Grabe rotieren, ja gar aus ihm aussteigen wollen, erfĂŒhren sie davon. â Bund will Abenteurer abschrecken, NZZ. Da möchte man doch meinen, dass ein Liberaler die Freiheiten des StaatsbĂŒrgers ausweiten möchte, sie aber wider seiner Gesinnung beschneidet.
Und zum Dessert die Krönung: der im Emdener Mordfall âLenaâ vollstĂ€ndig entlastete 17-JĂ€hrige wurde auf Facebook auf das Ăbelste beschimpft und bedroht. Ein Nutzer rief sogar zu Lynchjustiz auf. Die Polizeigewerkschaft ist entsetzt. Anwohner hatten seinen Namen und seine Anschrift bekanntgegeben, woraufhin sich ein wĂŒtender Mob vor seinem Wohnhaus versammelte. SpĂ€ter spĂŒrten sie den Nichtsahnenden vor der Polizeiwache auf, wo sie lauthals dessen Tod forderten. â Internethetze â das Ende der Unschuldsvermutung, Tagesschau.
Hochauflösende Nahaufnahmen:
EinzelgÀngerblume, LebensgefÀhrten, Balanceakt auf Grashalm.
Phil Reimer haut krĂ€ftig in die Tasten. Seit heute Nachmittag gibt es auf seinem Blog zwei Fortsetzungsberichte ĂŒber die Taufe Odins in Amsterdam.
und nochmals zwei:
(aktualisiert am 27. MĂ€rz)
In Anlehnung an den Eintrag El magnĂfic mossĂšn Martorell vom 1. MĂ€rz will ich hiermit eine Buchempfehlung machen. Der 2009 verstorbene Fritz Vogelgsang arbeitete mehrere Jahre lang an der deutschsprachigen Ăbersetzung von Joanot Martorells Tirant lo Blanc, bis er sie schlieĂlich im Jahr 2007 in vollstĂ€ndiger Fassung der geduldig wartenden Leserschaft zugĂ€nglich machen konnte. 2008 erhielt er fĂŒr seine herausragende Arbeit den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Ăbersetzung â wo sonst? Das dreibĂ€ndige Werk ist im Schmuckschuber beim Fischer-Verlag zu beziehen. Klappentext und zahlreiche Rezensionsnotizen bei Perlentaucher. Auch interessant: die Buchbesprechung aus der Frankfurter Rundschau. Die Hörbuchausgabe verdient sich lobende Worte von der unabhĂ€ngigen Berliner Literaturkritik.
Zum Bild siehe aus lizenzrechtlichen GrĂŒnden freundlicherweise auch die dazugehörige Meldung â Bekanntgabe der Verleihung des Leipziger Buchmesse-Preises 2008 auf bildungsklick.de
Viking River Cruises, jene Reederei, die mich auf ein zweiwöchiges Praktikum eingeladen hat, setzen offenbar alles daran, ihre Stellung als weltweit gröĂtes Flusskreuzfahrtunternehmen auszuweiten (ist das ĂŒberhaupt noch möglich?) und die Dominanz auf europĂ€ischen FlĂŒssen zu stĂ€rken. Mit Freya, Idun, Njord und Odin werden ab 2012 vier Schwesterschiffe der neuen Langschiffgeneration in Dienst gestellt. Bis 2014 werden sechs weitere Neubauten zu Wasser gelassen, wie ich aus sicheren Quellen weiĂ. Im Internet stehen dazu widersprĂŒchliche Angaben. Zwei der Nordgötter liegen heute zur Taufe in der Rostocker Herstellerwerft. Gevatter Odin liegt zurzeit in Amsterdam, festlich geschmĂŒckt mit Girlanden, FĂ€hnlein und Ballons (â Erlebnisbericht von Phil Reimer).

Computergrafik eines Langschiffes (Viking behÀlt alle Rechte an diesem Bild vor)
Kleine Bemerkung am Rande: Ihr irrt euch nicht. Rechts ist vorne, links ist hinten. Man könnte wirklich meinen, der Bug sei das Heck.
Die Langschiffe werden durch umweltfreundliche dieselelektrische Hybridmotoren angetrieben. Solarzellen stellen zeitweilig flieĂenden Strom bereit und ein Biogarten auf dem Sonnendeck sorgt fĂŒr das Wachstum gesunder KrĂ€uter. Ein Schiff misst 135 Meter in der LĂ€nge und beherbergt insgesamt 95 Kabinen, wovon 75 Prozent Zugang zu begehbaren Veranden und Balkonen bieten. Rund 200 Passagiere finden auf den drei bedachten Stockwerken (Decks) Platz.
Ab Ostersonntag darf ich die MS Viking Helvetia fĂŒr zwei Wochen auf ihrer Reise von Basel nach Amsterdam und zurĂŒck begleiten. Wie es sich fĂŒr einen Schiffsjungen geziemt, helfe ich beim An- und Ablegen, reinige die Decks und bediene vielleicht sogar unter Aufsicht die Steuermechanismen, welche einem Joystick Ă€hneln. ErwĂ€hnenswerte Zwischenstationen sind StraĂburg, Mannheim, Koblenz, Köln und Rotterdam. Auf dem RĂŒckweg fĂ€hrt das Schiff einen Abstecher nach Speyer. In der Freizeit wird die Kamera hervorgeholt und die vorbeiziehende Landschaft abfotografiert. Ihr dĂŒrft euch auf vielfĂ€ltiges Material freuen. Erweise ich mich als tĂŒchtig und verantwortungsbewusst, darf ich im August die Ausbildung zum Binnenschiffer antreten; sollte ich dann noch genĂŒgend Interesse fĂŒr den Beruf haben, versteht sich. Entsprechende ZugestĂ€ndnisse seitens der Reederei liegen bereits vor. Bis die Tage!
Gestern aufgenommen an einem sommerlichen FrĂŒhlingsnachmittag. Die genaue Position ist: 47° 30′ 33.42″ N, 8° 24′ 26.26″ E (FeusistraĂe in WaldrandnĂ€he).